EE - Nr. II - Free Template by www.temblo.com
Gratis bloggen bei
myblog.de






















Puzzlespiel

Die Tage werden wieder grauer, ich kann es nicht aufhalten. Zerrissen in Einzelteile, verschluckt von der Dunkelheit in mir selbst. Die Aufschrift 'Verschluckbare Kleinteile' hilft nichts, denn ich bin nur ein Kind ohne Eltern, eine Seele ohne Verwandte, ein Mensch ohne Hoffnung.

Manchmal wünscht' ich, ich könnt' mich einfach zusammenreißen. Immer weiter und weiter. Bis ich nicht mehr bin.

3.8.12 22:25


En blanc et noir

Manchmal ist die Eindeutigkeit einer Sache so viel wichtiger als sie selbst, als ihr Status. So erlösend und befreiend, und sei der Ausgang noch so negativ, die Gewissheit damit leben zu müssen führt oft zur Einsicht früher oder später damit leben zu können. Die Ungewissheit lähmt, erstarrt alles, sie ist wie ein Wachkoma. Wenn die Konturen verschwinden, wenn es keine Struktur mehr gibt, alles aufgefressen durch den Grauschleier, der sich über einen legt, erblinden lässt und erstickt. Ja, die Hoffnung mag vorhanden sein, doch ist das wirklich die Kompensation für all das Leid, für all die Zeit und Kraft, die das Warten kostet?

Stillstand ist nicht gleich Stillstand. Oft ist man im freien Fall, wenn die Welt in einem still steht. Und wenn sie das tut, merkt man erst, wie schnell sich die Welt draußen doch drehen kann.

21.5.12 21:13


Tick-Tack-Tick-Tack

Alles dreht sich im Kreis. Die Zeit und ich. Spiele Karussel mit dem Sekundenzeiger. Mir ist schwindelig. Und es ist so laut, so ruckelig. Ich mag tickende Uhren nicht, sie halten mich vom Schlafen ab. Ich mag solche Uhren, deren Sekundenzeiger fließend sich drehen. Wenn das Ticken nicht akustisch ist, sondern beim Betrachten im Kopf erst entsteht.

Aber meine Uhr ist ein Quintenzirkel, die darf ticken. Solange ich wach bin. Es ist B vor c.

5.4.12 20:50


Alles im Wandel

Mein letzter Eintrag ist auch wieder ewig her. Nicht, dass mein Kopf leer wäre, aber ich bringe viel zu selten seinen Inhalt zu Papier oder zu 'Neues Textdokument.txt'. Aber vielleicht klappt das auch gar nicht, vielleicht ist der ganze Inhalt nur wie Staubfusseln in einer Schüssel, sobald man ins Wasser greift, um sie versuchen herauszuholen, schwimmen sie weg.

Was mit Myblog los ist, weiß ich auch nicht...mir kommt's vor, als läge es schon eine Weile im Sterbebett des www, nur noch künstlich am Tropf lebend. Oder sind Darstellung und Ladezeit nur bei mir so fehlerhaft? Vielleicht mach ich bald ein neues Örtchen auf...und schreib auch ein wenig häufiger..

Ich bewege mich wieder, nur ganz langsam, aber habe aufgehört stehen zu bleiben. Dafür das Sehen bleiben lassen, laufe blind umher. Ich weiß nicht, ob das besser ist. Ich bin eigentlich der Beobachter immer gewesen, nie der Akteur. Habe geguckt aus der sicheren Ferne, andere tun lassen und mir immer alle Optionen offen gelassen. Das ist auch heute noch so. Nur fühle ich mich so verdammt dekadent, wenn ich aus lauter Scheiterpotenzialvielfalt meine Füße mit Zweikomponentenkleber an den Boden klebe.

Ich hab die Aufnahmeprüfung nicht bestanden. Weil ich eine 5 in Gesang bekommen habe.  Eine 5. Fünf. V. In Schulmusik. Nicht, dass ich gut singen könnte, nein, das kann ich nicht. Aber so grottig war ich auch nicht. Der Professor hatte irgendwas gegen mich...ich mochte ihn auch nicht so sehr. Aber irgendwie ist es merkwürdig...wenn ich wüsste, woran's gelegen hat, dann wär das in Ordnung. Aber das ganze ist lückenhafter als mein Gedächtnis. Eigentlich wollte ich ein sicheres Standbein haben und dann schauen, was ich mit dem anderen mache. Jetzt wurd mir das aber weggegrätscht.

Neuorientierung.

18.3.12 22:48


Neunein

Und wieder verging ein Jahr. Vor fünf Tagen, ja. Ebenso vor fünf Sekunden. In jedem Augenblick vergeht ein Jahr, vergehen Jahre und Jahrhunderte. Und wie mit einem Teleobjektiv vor den Augen fixieren wir uns auf einen einzigen Jahreswechsel, nur weil nach dem Umblättern des Kalenders nichts mehr ist. Setzen uns Vorsätze vor die Füße und treten sie mit selbigen, saufen bis Oberkante Speiseröhre und böllern uns die Ohren um die Ohren.

Weshalb braucht man den ersten Januar, um sich etwas vorzusetzen? Am besten dann auch gleich noch übermäßig viel, die nächste Gelegenheit dauert schließlich ein wenig. Die meisten Leute wissen ohnehin, bevor sie überhaupt die Möglichkeit haben, es zu verwirklichen, dass sie an ihnen Plänen scheitern werden, so wie jedes Jahr. Eigentlich ist es ja etwas Schönes, wenn sich Ziele gesetzt werden, wenn der eigene Augenblick auf sich selbst gerichtet wird, versucht wird, etwas zu schaffen und der hohe Suppentellerrand des Alltags kurz überblickt wird. Aber den Schuldigen für das Scheitern im Stress zu suchen, ist etwas zu einfach. Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr ein Ritual, ein immerwährender Marathonlauf. Jahr für Jahr ackern wir uns über die Kilometer, klagen über die doofen Schuhe, den doofen Boden, den doofen Mitläufern und überhaupt über den doofen Marathon. Und ausgepowert kommen wir dann beim Stand an, halten inne, hauen uns isotonisches Wasser und eine Banane rein und wieder bei Kräften nehmen wir uns vor, bis zum nächsten Stand durchzusprinten. Dass es nicht klappt, liegt natürlich nicht an uns. Vielleicht sollten wir manchmal einen Gang zurückschalten. Oder es uns selber eingestehen, wenn wir etwas nicht schaffen. Pausen gehören zum Leben wie zur Schule. Schon eine Fünfminutenpause kann unschätzbar wertvoll sein.

Ich brauch kein Neujahr für Ziele, keine Geburtstage für Geschenke, keine Schubladen im Kopf. Kommt denn solch eine Handlung wirklich von Herzen? Sind es nicht nur Normen, Rituale, Gewohnheiten, die wir zum Anlass nehmen? Wir wünschen doch jemandem nicht 'Alles Gute' zum Geburtstag, weil wir's wirklich so meinen, nein. Wir tun's weil Facebook uns sagt, dass der Mensch Geburtstag hat. Würden wir es ernst meinen, würden wir ein paar Wörter mehr schreiben. Und würden wir es wirklich ernst meinen, wünschen wir's demjenigen nicht nur an einem Tag im Jahr, sondern in jeder Sekunde. Wir brauchen doch keine Geburtstage und erst recht kein 'Fest der Liebe' um jemandem zu zeigen, dass wir ihn lieben.

Was wir wirklich bräuchten, ist ein bisschen mehr Gefühl in der Welt.

5.1.12 23:40


Selbtraub

Ich nehm mir Tag für Tag meinen eigenen Schlaf weg. Es gibt wenig Schlimmeres, als ins Bett zu gehen im vollen Bewusstsein der Tatsache, dass man den kompletten Tag müde und kaputt sein wird. Und es kommt ja auch noch dazu, dass der Tag umso länger wird, je weniger man schläft. Es ist nicht so, dass ich das wollen würde, nein, das wär ja unproblematisch. Ich stehe mir selber im Weg, von Angesicht zu Angesicht, aber es ist aussichtslos, denn es ist mein verselbstständigtes Spiegelbild, welches mich überallhin verfolgt und sich mir in den Weg stellt. Es ist wie früher, als ich als kleines Kind auf dem Hamburger Dom in dem Labyrinth aus Spiegeln und Plexiglasscheiben war. Nur, dass ich damals darauf gefasst war, während ich mir heute unvermittelt den Kopf ständig stoße. Manchmal hoffe ich, ich knalle so hart auf, dass durch ein Loch der ganze Überdruck entweicht, dass ich alles rauslassen kann außer Stift und leeres Blatt und neu beginne. Aber ich will es dann doch nicht, denn ich habe Angst mich zu verändern, Angst mich zu verraten, Angst, mich vorblickend selber nicht wiederzuerkennen. Ich stell mich lieber mir selber in den Weg und schalte den Orientierungssinn ab. Wozu den, wenn schon die Orientierung keinen Sinn ergibt.

 

24.11.11 03:38


Namenlos

Menschen zu verlieren, die einem nahe stehen, ist immer etwas Schlimmes. Und es ist völlig egal, wie es passiert. Das Wort Verlust scheint irgendwie für den Tod reserviert zu sein...wir reden ansonsten immer von Trennungen. Bei Gegenständen machen wir's anders, wir haben auch etwas verloren, wenn es den Gegenstand noch gibt, wenn wir ihn nur vergessen haben. Auch Menschen werden vergessen, nur ist es ein umgekehrtes Spiel...es leidet nicht der Vergessende sondern der Vergessene. Und er leidet hart...wenn seine Gedanken tagtäglich um den Vergessenden kreisen und er keinen Gedanken erwidert bekommt. Wenn immer er derjenige ist, der den Kontakt aufnehmen muss, weil er ansonsten vergeblich auf Antworten wartet. Das einzige, was ihn aufrechthält, ist die Hoffnung, einestages die Situation ändern zu können. Meistens bleibt es bei der Hoffnung und so wird er vom immer stärker werdenden Ungleichgewicht erdrückt.

Aber ich weiß nicht einmal, ob ich verliere. Ich weiß nicht, ob mir grundsätzlich vielleicht Menschen zu wichtig werden. Ich weiß nicht, was ich bedeutete in den Köpfen manch anderer, oder was ich nicht bedeute.

Ich weiß nur, dass ich mich schrecklich allein fühle.

 

 

Gestern morgen geschossen. Liebster Baum, ich fühle mit dir.

7.11.11 04:34


 [eine Seite weiter]

© 2007 Free Template by www.temblo.com. All rights reserved. Design by MiniArt. Host by myblog