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Doppelagent

Manchmal wüsste ich zu gerne, wie es sich anfühlt, nur zur Hälfte zu sein. Der zu sein, den ich nach außen vorgebe, spiele...erfinde? Ein Teil von mir ist es ja vielleicht, aber nur ein Teil, ein kleiner Bereich, der ohne das Ganze mit mir nichts gemeinsam hat. Wie würde es sich anfühlen, nicht großartig zu denken? Nicht sich sich den Kopf zuzerbrechen, einfach zu leben, so wie es andere auch tun.

Wofür eigentlich die Gedanken? Wofür die Verstellung, das Wahnsinnigwerden, der Druck? Ich weiß es nicht. Und...sei es auch noch so verwirrt, zerbrochen und (stellenweise) abgrundnah, ich möchte nichts von dem, was ich bin, missen. Es würde etwas fehlen. Einmal über den Tellerrand geschaut, gibt es kein Zurück mehr, denn der Gedanke frisst sich ein. Und sich selbst anzulügen ist nicht die Lösung, denn man wird nie vor sich selber wegrennen können.

Und vielleicht ist es mein gezogenes Los, unverstanden zu bleiben, isoliert und einsam inmitten der Massen der anderen. Ich kann nicht einmal sagen, was es ist, was genau ich nicht herüberbringen kann. Es ist...nichts Konkretes, ein Gefühl. Ein Lebensgefühl, eine Stimmung, eine Wahrnehmungsart. Melancholie...die Grundstimmung, sie begleitet überall hin, ohne sie wäre ich nicht. Und während ich nur die Ruhe suche, schreit mir die ganze Welt ununterbrochen in's Ohr.

Gute Nacht

9.5.11 04:06


Zu Frieden

"Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will." - Arthur Schopenhauer

Die Lücke zwischen dem, was ich (tun) will und dem, was ich tue, klafft mal wieder auseinander. Wenn ich denn überhaupt weiß, was ich will. Die nächsten Wochen werden voll sein, voller Musik, viele Konzerte, wenig Zeit. Und es ist nicht so, dass ich nicht üben will, ich nehme mir jeden Abend vor, am nächsten Tag mir mehr als drei Stunden zu nehmen, mich außerhalb dessen mit den Noten zu beschäftigen, mental zu üben, mich gut vorzubereiten. Und ich komme nie dazu. Immer interveniert etwas, sei es eine interessante Doku, ein Chat-Gespräch, ein Gedankenblitz oder der Puffer, welchen ich mir zwischen alles Mögliche (berechtigterweise?) lege. Alles summiert kostet es Stunden, Tag für Tag, die ich nach meinem Empfinden verschwende, die ich anders nutzen könnte, sinnvoller nutzen könnte. Aber ist es sinnvoll, überall nach dem Sinn zu sinnieren? Ständig versuchen, das Optimum aus sich herauszuholen?

Wille scheint nicht gleich Wille zu sein. Der ideelle Wille in mir denkt in Monaten, Jahren, Jahrzehnten. Er sieht meine menschliche Progression als Langzeitprojekt, versucht das Optimum für meine Persönlichkeit zu erreichen. Der spontane Wille denkt in Sekunden, Minuten und Stunden. Er ist nur Neigung, will erfüllen, wonach ich gerade spontan strebe, was mich direkt erfüllt. Das Optimum für mein Befinden.

Was ist nun wichtiger, die langfristige Persönlichkeit oder das kurzfristige Befinden? Das muss wohl jeder für sich entscheiden..nur ist entscheiden noch nie meine Stärke gewesen. Das einzige, was ich weiß, ist, dass der Spagat zwischen Müßigkeit und Selbsterdrückung verschwindend gering sein muss. Man kann nicht ständig auf der Überholspur des Lebens fahren, dem Rechtsfahrgebot wird man nie davon fahren können. Und sich selbst ebenso wenig.

Seit kurzem spiele ich dieses wunderschöne Nocturne. Morgen muss ich entscheiden, ob ich es nun im Juni für Jugend Musiziert spiele. Ein neues Stück, ein Risiko, zumal Trillern nicht meine große Stärke ist. Aber es ist so toll. Wenn ich nur wüsste, was ich mir zutraue..

28.4.11 03:52


Bis(s) ins Gewissen

Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich bei Katastrophen insgeheim ein wenig hoffe, dass Schlimmes passiert?

Ich will niemandem etwas Schlechtes, ganz egal, ob die Menschen mir bekannt sind oder nicht. Und natürlich hoffe ich, dass jeder in Japan glimpflich davon kommt, zumal es auch zur Hälfte meine Heimat ist. Aber trotzdem hoffe ich, dass etwas passiert...und gleichzeitig hoffe ich es auch nicht. Nicht, weil Menschen Schaden nehmen, nein, aber damit wir alle ein Stück weit aufwachen, damit die Welt aufwacht und merkt, was hier eigentlich abläuft. Und so geht es mir bei vielen Sachen. Ist das eine verzweifelte Reaktion auf die sich nicht ändernde Welt? Darf ich sowas überhaupt denken? Menschenleben dürfen nicht geopfert werden, egal für welchen Zweck. Mein Gedanke ekelt mich irgendwie an. Aber er ist trotzdem da, jedes mal auf's Neue. Ein kleiner Parasit nährt sich von meinem Gewissen. Immun gegen's System.

Geht es jemandem da draußen auch so?

Ich mach heut die dritte Nacht in der Woche durch. Ich will will will doch noch Klavier spielen!

Gruß an die Welt.
20.3.11 20:32


So wenig Zeit(not)

Außer Atem

erinnert nichts mehr

an die Vergänglichkeit.

Als das Ticken der inneren Uhr

stoppt, ist es vorbei.

Alles weg, aus, umsonst.

Im Zuge

leiern die Schranken aus.

Überall will er hin,

alles gesehen haben.

Aber warum?

Und vor allem, wofür?

Denn irgendwann ist

alles weg, aus, umsonst.

Außer

Atem, Zug

am Rasen.

 

Gibt es denn keine Notbremse?

12.3.11 23:13


Mehrbahnstraße

Es heißt ja immer, wenn man aus der Schule raus ist, fange das richtige Leben an, die Freiheit, das zu tun, was man wolle. Sich einfach grenzenlos ins Leben stürzen zu können, das wurde immer in Aussicht gestellt. Jetzt bin ich seit 'nem Dreivierteljahr aus dem Verein raus und weiß mit jedem Tag weniger darüber, was ich studiere, werde, ja sogar, was ich machen möchte. Mit jeder neuen Möglichkeit, mit jedem neuen Wunsch kommt mehr und mehr Verwirrtheit, ich sehe mein Leben vor lauter Interessensfelder nicht mehr.

Ist das das Los, derjenigen, die sich für so vieles begeistern können, die in der Schule in jedem Fach meistens interessant zugehört haben? Ich würde am liebsten ein Dutzend Fächer studieren, den ganzen Tag Musik machen, tausende interessante Bücher lesen und immer noch meine freie Zeit haben. Der Tag ist viel zu kurz für mich und dann verschläft man ein knappes Drittel auch noch nutzlos. Vielleicht wird die Zeit für immer mein größter Feind bleiben. Sie ist mir immer ein Schritt voraus und schleppt mich auf dem Boden hinterher. Wie soll ich da zur Planung kommen? Wie soll ich zur Ordnung finden, zu mir selbst? Wir leben in einer Welt, die immer mehr Spezialisten braucht, "Menschen, die immer mehr über immer weniger wissen, bis sie alles über gar nichts wissen." Ich kann alles so ein wenig, aber nichts wirklich richtig. Bin ich hier überhaupt richtig?

Aber mittlerweile weiß ich nicht nur nicht, was ich tun soll, sondern ebenso wenig, was ich eigentlich tun will.  Jeden Tag hin- und hergerissen zwischen Faszination, Müßigkeit, Wollen und Machen. Und so stehe ich still, hab Angst mich zu bewegen. Angst vor Einbahnstraßen und Entscheidungen.

Die Schule hatte ein Ziel. Sie gab Struktur, etwas zum Klammern, zum Festhalten. Mein Leben hat momentan so viel Struktur wie weißes Rauschen. Ich vermisse sie. Nicht nur deswegen.

27.2.11 23:34


Metronom

Ich hätte nie geglaubt, dass es so ein schönes Gefühl sein kann, abends müde zu werden. Festzustellen, dass die Lider schwer werden, die Aufmerksamkeit nachlässt und man Sehnsucht nach dem Schlaf hat.

Wahrscheinlich widerspreche ich fast allen hier in den jungen Jahren und mir selber wohl auch. Aber wenn man, wie ich, in den letzten 7 Monaten durchschnittlich um 6 Uhr morgens schlafen geht, die Ins-Bett-geh-Zeit andauernd zwischen abends, frühmorgens und vormittags pendelt und man einmal in der Woche konsequent durchmacht, weil man den (nicht vorhandenen) Biorhythmus mit Ach und Krach innerhalb eines Tages um 10 Stunden nach hinten verschieben muss, dann sind geregelte Schlafzeiten und ausreichende Schlafmenge ein Segen. Nicht, dass ich mich komplett geändert hab, aber hey...ich hab seit 2 Wochen nicht durchgemacht und bin nie später als 5 ins Bett, das ist 'ne Premiere!

Trotzdem bleibe ich nachtaktiv. Kein Tageslicht kann die magische Stille der Nacht ersetzen.

In dem Sinne,

Alles Liebe

29.1.11 04:27


Schubkarre

Wow, ich schieb das ganze hier jetzt schon fast n Jahr vor mich her, aber jetzt bin ich wenigstens mal soweit fertig, dass ich was schreibe. Ist ja nicht so, dass ich nicht mein komplettes Leben vor mich herschiebe, aber ich frag mich immer öfter, wie ich mit so einer Ordnung die vergangenen Jahre überlebt hab.

Wie dem auch sei, ich hoffe, ich komm hier noch voran, sodass das hier irgendwann ein florierender Abstellplatz meiner Gedanken wird. Für heute soll's aber erstmal reichen, das Schlafen hab ich heut nämlich auch verplant.

Gruß

17.1.11 13:29


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