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Neunein

Und wieder verging ein Jahr. Vor fünf Tagen, ja. Ebenso vor fünf Sekunden. In jedem Augenblick vergeht ein Jahr, vergehen Jahre und Jahrhunderte. Und wie mit einem Teleobjektiv vor den Augen fixieren wir uns auf einen einzigen Jahreswechsel, nur weil nach dem Umblättern des Kalenders nichts mehr ist. Setzen uns Vorsätze vor die Füße und treten sie mit selbigen, saufen bis Oberkante Speiseröhre und böllern uns die Ohren um die Ohren.

Weshalb braucht man den ersten Januar, um sich etwas vorzusetzen? Am besten dann auch gleich noch übermäßig viel, die nächste Gelegenheit dauert schließlich ein wenig. Die meisten Leute wissen ohnehin, bevor sie überhaupt die Möglichkeit haben, es zu verwirklichen, dass sie an ihnen Plänen scheitern werden, so wie jedes Jahr. Eigentlich ist es ja etwas Schönes, wenn sich Ziele gesetzt werden, wenn der eigene Augenblick auf sich selbst gerichtet wird, versucht wird, etwas zu schaffen und der hohe Suppentellerrand des Alltags kurz überblickt wird. Aber den Schuldigen für das Scheitern im Stress zu suchen, ist etwas zu einfach. Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr ein Ritual, ein immerwährender Marathonlauf. Jahr für Jahr ackern wir uns über die Kilometer, klagen über die doofen Schuhe, den doofen Boden, den doofen Mitläufern und überhaupt über den doofen Marathon. Und ausgepowert kommen wir dann beim Stand an, halten inne, hauen uns isotonisches Wasser und eine Banane rein und wieder bei Kräften nehmen wir uns vor, bis zum nächsten Stand durchzusprinten. Dass es nicht klappt, liegt natürlich nicht an uns. Vielleicht sollten wir manchmal einen Gang zurückschalten. Oder es uns selber eingestehen, wenn wir etwas nicht schaffen. Pausen gehören zum Leben wie zur Schule. Schon eine Fünfminutenpause kann unschätzbar wertvoll sein.

Ich brauch kein Neujahr für Ziele, keine Geburtstage für Geschenke, keine Schubladen im Kopf. Kommt denn solch eine Handlung wirklich von Herzen? Sind es nicht nur Normen, Rituale, Gewohnheiten, die wir zum Anlass nehmen? Wir wünschen doch jemandem nicht 'Alles Gute' zum Geburtstag, weil wir's wirklich so meinen, nein. Wir tun's weil Facebook uns sagt, dass der Mensch Geburtstag hat. Würden wir es ernst meinen, würden wir ein paar Wörter mehr schreiben. Und würden wir es wirklich ernst meinen, wünschen wir's demjenigen nicht nur an einem Tag im Jahr, sondern in jeder Sekunde. Wir brauchen doch keine Geburtstage und erst recht kein 'Fest der Liebe' um jemandem zu zeigen, dass wir ihn lieben.

Was wir wirklich bräuchten, ist ein bisschen mehr Gefühl in der Welt.

5.1.12 23:40
 


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